Erbses Klettercomics Band VI: „Weggefatzt“

Mir war klar: Einen sechsten Klettercomicband  wird es geben! Aber bis es Ende 2009 soweit war, hat es schließlich vier Jahre gebraucht. Zum einen lag es an den vielen parallel laufenden Themen, zuvorderst meinem „Kletterkabarett“, das mich voll in Anspruch nahm.

Zum anderen tat ich mich mit der Aufgabe selbst schwer. Zwar sammelte sich über die Zeit genug Comicmaterial durch die Veröffentlichungen aus den Magazinen an, aber es reichte nicht aus, die einzelnen Cartoons einfach zu einem Buch zu bündeln. Zu unterschiedlich waren die einzelnen Stories, zu weit abgekoppelt von einander. Ich überlegte lange, wie dem Ganzen eine thematische Klammer zu geben sei, um schließlich wieder bei mir selbst und meinem seltsam – „comischen“ Leben zwischen bürgerlicher Existenz, Kletterleidenschaft und Zeichnerei zu landen. Das wurde zum roten Faden, mit ihm kamen weitere Ideen und ich schließlich in die Gänge.

Ich war selbst sehr gespannt wie der „Neue“ schließlich würde. Und als er vor mit lag war ich sehr zufrieden, aber auch erleichtert. Und auch ein bisschen wehmütig.

Denn mit dem Band VI ist die Reihe „Erbses Klettercomcis“ – zumindest bis auf weiteres – abgeschlossen.

Die Basis, auf die letztlich alle 6 Bücher zurückgehen, ist meine sehr intensiv erlebte Phase als absoluter Klettersüchtling. Die liegt inzwischen lange zurück und das Terrain der eigenen Klettererfahrung ist umfassend abgegrast. Da ist kaum mehr was aus den alten Wurzeln zu ziehen.
Die Kletterszene hat sich seit meinen eigenen heiligen Hoch-Zeiten kolossal weiterentwickelt. Daraus ergeben sich zwar auch immer neue Themen, die sind aber heute immer weniger an mein eigenes Erleben gebunden. Eigentlich ist es längst an der Zeit, dass der Nachwuchs das Zepter übernimmt und seine eigenen authentischen Geschichten zeichnet. Ich fände das geil!

Heute entstehen meine Klettercomcis immer mehr unter anderen Vorzeichen: Immer selbst bin ich nur noch selten authentischer Gegenstand der stories, sondern viel mehr der Beobachter, der aus einer entfernteren Perspektive heraus das seltsam-lustvolle vertikale Tun betrachtet und beschreibt.
Ich kann mir vorstellen, dass es mir einen Inspirationsschub gibt, wenn der eigene Nachwuchs soweit ist und Spaß am Klettern entwickeln sollte. Das könnte recht witzig werden…
Vielleicht sammelt sich im Laufe der Zeit dabei genügend Material an, um weitere Bücher daraus zu machen. Schaumermal

Hinter dem Namen „weggefatzt“ steckt übrigens kein philosophisches Weltgebäude. Er ergab sich mit dem Titelbild, und „abgefatzt“ konnte ich ihn nicht nennen, weil’s ja schon „abgeschmiert“ gibt.
„Isch des net a bissle zu schwäbisch?“ meinte mein Verleger. Ja, schon, aber da kommt er ja auch her, der neue Band.

Viel Spaß damit!